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Marburger Forscher forschen an Impfstoff gegen Coronavirus

Marburger Forscher Forschen An Impfstoff Gegen Coronavirus

An der weltweiten Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus ist in Deutschland das Institut für Virologie der Philipps-Universität Marburg (FB 20) maßgeblich beteiligt. Das BSL 4 – Labor (Bio Safety Level) des Instituts für Virologie auf den Marburger Lahnbergen ist eines von 4 Hochsicherheitslaboren zur Forschung an gefährlichen Viren in Deutschland. Das Labor wurde im Dezember 2007 nach umfangreichen Sicherheitstests an die Universität übergeben.

Die Baukosten von rund 11,5 Mio. Euro wurden von Bund und Land finanziert. Der Wissenschaftsrat hatte ausdrücklich den Bau in Marburg wegen der Leistungen der Marburger Virologie speziell auf dem Gebiet hoch- pathogener, also besonders gefährlicher Viren befürwortet. Wahrzeichen des BSL 4 – Labors ist das fadenförmige Marburg-Virus, das 1967 wie aus dem Nichts auftauchte und ein schweres hämorrhagisches Fieber bei Menschen verursachte, die mit importierten Affen gearbeitet hatten.

Dieser Ausbruch markierte für Deutschland den Beginn eines Phänomens, das heute ,,Emerging Viruses” genannt wird und dem auch das Coronavirus zuzurechnen ist. Der Erreger der „Marburger Affenkrankheit“ wurde an der Universität Marburg entdeckt. Das Institut für Virologie war als Mitglied einer Task Force der Weltgesundheitsorganisation WHO auch maßgeblich an der Identifizierung des SARS-Erregers beteiligt und hat bei sämtlichen Ausbrüchen neuartiger Viren in den vergangenen Jahren wesentlich zur Entwicklung von Impfstoffen beigetragen.

Das 2018 eingerichtete Zentrum DRUID (Novel Drug Targets against Poverty-Related and Neglected Tropical Infectious Diseases) widmet sich der Bekämpfung der sog. vernachlässigten Tropenkrankheiten. In DRUID arbeiten Justus-Liebig-Universität Gießen (Federführung), Philipps-Universität Marburg, Goethe-Universität Frankfurt, Paul-Ehrlich-Institut Langen und Technische Hochschule Mittelhessen (THM) zusammen. Das Land Hessen fördert das Zentrum in einer ersten vierjährigen Förderperiode von 2018-21 mit einer Gesamtsumme von rund 19 Mio. Euro.

(Quelle: Pressemitteilung des Hess. Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und des Hess. Ministeriums für Soziales und Integration)

Hochsicherheitslabor

Für die Arbeit im BSL 4 – Labor schreibt die TRBA 100 (Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe) vor, dass das Schleusensystem aus 4 Kammern besteht: Eine äußere Schleusenkammer, dort wird die Straßenkleidung ausgezogen und Unterkleidung angezogen. Dann folgt die Personendusche, in der die Unterkleidung abgelegt und nach dem Duschen wieder angezogen wird. Die 3. Kammer dient zum An- und Ablegen der Vollschutzanzüge, während die innere Schleusenkammer mit einer Chemikaliendusche ausgestattet ist, um eine Dekontamination zu ermöglichen.

Für die Tätigkeiten in einem Laboratorium BSL 4 muss ein fremdbelüfteter Vollschutzanzug getragen werden, dessen Atemluftversorgung durch eine eigenständige Luftzuleitung erfolgt. Der Vollschutzanzug muss abriebfest, reißfest, luftundurchlässig und beständig gegen das bei der Dekontamination verwendete Desinfektionsmittel sein. Die Schutzanzüge sind idealerweise mit angeschweißten Stiefeln ausgestattet. Zum Schutz der Hände müssen 2 Paar Hand- schuhe übereinander getragen werden, wobei das äußere Paar z.B. durch eine Klemmbügel- vorrichtung dichtschließend an den Ärmelstulpen des Schutzanzuges befestigt wird.

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