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Deutsches Bäckereihandwerk in Santo Domingo

Deutsches Bäckereihandwerk In Santo Domingo

Unser Corpsbruder Nausch IV bringt deutsches Bäckereihandwerk in die Dominikanische Republik. Im Mai 2019 hatte er in Santo Domingo die Bäckerei „Panaderia y Reposteria* Alma Mater“ eröffnet. Mit der Corona-Krise ist auch er konfrontiert und berichtet von Erfolgen und Herausforderungen:

Seit wir die Bäckerei im Mai 2019 eröffneten (nur samstags von 09:00 bis 14:00) hat sich diese zu einem Treffpunkt der in dieser Region lebenden Deutschen, Österreicher und Schweizer entwickelt. Das hatten wir auch so erhofft, schließlich ist Ludwig seit 37 Jahren im Land und kennt die meisten von denen. Zudem haben wir ein paar Kunden, die wir regelmäßig beliefern und auch einige unregelmäßige, wie z.B. die Deutsche Botschaft und einige Cateringfirmen. Für unser nächstes Ziel, jeden Tag zu öffnen, müssen wir den Vorplatz der Bäckerei in Parkplätze umwandeln.

Bisher war er nur ein betonierter Platz von rund 15m X 8m, der durch eine Mauer von der Straße getrennt war. Dieser Schritt ist leider mitten drin vom Corona-Virus “erwischt” worden. Die Mauer ist weg, wir wollen anstelle dieser Aluminium-Rollläden und eine Tür einbauen. Die Rahmen für die Rolltore und die Tür stehen schon, 3 Pfähle und ein 15 m langer T-Träger, aber dann war Schluss, derzeit arbeitet keiner mehr. Wir haben wegen des Corona-Virus jetzt fast komplett auf Lieferung umgestellt. Wir produzieren Freitagvormittag und Samstagnacht, so dass wir Freitagnachmittag ausliefern und Samstagvormittag geöffnet haben und danach ausliefern.

Das klappt ganz gut, da die Straßen derzeit sehr leer sind. Problematisch ist nur eine tägliche Ausgangssperre von 17:00 bis 06:00, die auch rigoros durchgesetzt wird. Unsere derzeitige Produktpalette ist sehr “Deutsch”, also Roggenbrote mit Sauerteig, Rosinenbrote, viele verschiedene Brötchen-sorten, Laugenbrezeln und Croissants, im süßen Bereich Berliner, Nussecken, Florentiner, Rumkugeln, Marzipanhörnchen, St. Martin’s Hörnchen, Törtchen mit verschiedenen Früchten, Schwarzwälder-Kirsch, Käsekuchen, gedeckter Apfelkuchen, Bienenstich, Eierschnecke, Donau-Welle. Alles sehr “aus der alten Heimat”, wird auch gut verkauft, kennen aber die Dominikaner alles gar nicht.

Wenn wir täglich öffnen, müssen wir unsere Produktpalette erheblich erweitern, da zum einen der Geschmack der Dominikaner anders ist und zudem die Laufkundschaft, die hauptsächlich aus Studenten bestehen wird finanziell sehr viel schmaler ausgestattet ist, als die hier lebenden Ausländer. Das wird noch eine bäckereitechnische Herausforderung. Zu unserem Glück sind wir in gewisser Weise Monopolisten, da es nur noch 3 andere deutsche Bäcker im ganzen Land gibt und nur einer davon in Santo Domingo; der hat weder einen Produktionsstandort (er backt bei sich zu Hause in der Küche) und keinen Laden (er fährt mit dem Auto das Brot zu seinen Kunden) und ist daher doch sehr beschränkt.

Mal sehen, wie es sich entwickelt, wenn wir jeden Tag öffnen. Es bleibt also spannend. Aber viel Arbeit und Verantwortung hält jung und auch gesund.

Y

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