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Bildungstag 2026 der CorpsAkademie in Berlin

Der VAC hat zum Jahresauftakt 2026 zum 1. Bildungstag eingeladen, mit dem Berliner SC und AHSC, auf den Corpshäusern von Normannia und Vandalia-Teutonia am 13./14. März. Das Seminarangebot der gemeinnützigen CorpsAkademie für Studentinnen und Studenten ist allerdings, anders als für die Weinheimer und deren Akademie, im Kösener Verband nicht obligatorisch. Daher bewerben VAC und KSCV die Bildungsangebote regelmäßig mit Newslettern und auf der Website www.corpsakademie.de.

„Von der Qualifikation zur Wirksamkeit: Skills, Haltung und Lernfähigkeit“

Für den Bildungstag hatten wir die Strategiechefin für Personalentwicklung in der Deutschen Bahn AG (DB), Melanie Krüger, als Referentin geworben; sie rekrutiert pro Jahr ca. 5.000 Mitarbeiter, keineswegs nur Lokführer und Zugbegleiter, sondern Akademiker (fast) aller Ausbildungsrichtungen. Die Leitfrage, welche Erwartungen hat der Personaler heute an die Bewerber, beantwortete Krüger vor dem interessierten Publikum von rd. 30 Zuhörern. Ihre Aufgabe besteht u.a. darin, Mitarbeiter zu identifizieren, die sich in der modernen Arbeitsrealität einer vielfach vernetzten Unternehmensarchitektur bewähren, der reine Wissensspeicher eines Bewerbers bildet die komplexen Anforderungen kaum noch ab, konkretes Know-how im Job kann die DB mit ihrer Akademie in „Upskilling-Programmen“ unschwer vermitteln. Veränderungskompetenz und Problemlösungsfähigkeit nennt sie die Potenziale, die sie im Zuge der Bewerbung identifizieren möchte. Haltung und Verantwortung waren Begriffe aus ihrem Vokabular, die auch wir Corpsstudenten von unserem Nachwuchs erwarten. Die Vorstufe der Bewerbung, das Praktikum, die Tätigkeit als Werkstudent, das Schreiben der Abschlussarbeit, qualifizierte Ferienjobs, usw., sind unverändert Qualifikationen, die Türöffner für den Berufseinstieg darstellen. Die Plattform für Praktika konnten wir dazu passend am Nachmittag präsentieren.

Der junge Bewerber mag einen Startvorteil haben, weil sich die Alterspyramide der Berufstätigen momentan zu seinen Gunsten auswirkt, – die Abgänge aus dem Berufsleben in die Rente lassen sich nicht ohne weiteres durch Nachwuchs kompensieren, aber im Bewerbungsgespräch und on the Job muss der Neue trotzdem „performen“. Die „Motivationsschreiben“ haben an Bedeutung verloren, weil sie überwiegend von Künstlicher Intelligenz und nicht individuell vom Bewerber geschrieben werden. Demzufolge wird im Bewerbungsgespräch u.a. Wert darauf gelegt, die Gründe für die Bewerbung mit überzeugenden Motiven unterlegt zu finden. Krüger empfiehlt dem Berufsanfänger, Stärken erkennen und ausbauen!

Da wir ungleich mehr Zuhörer aus der adäquaten Altersklasse für dieses „Bewerbungstraining“ auf dem Kösener Congress erwarten, überlegen wir zusammen mit dem (anwesenden) Vorortsprecher, ein solches Gesprächsformat in den Ablauf des oKC zu integrieren.

„Wie werde ich Executive? Erfolgsfaktoren für Berufseinsteiger und Young Professionals“

Die auf der Karriereleiter bereits Fortgeschrittenen betreut der Personalberater Attila Khan, Geschäftsführer von The Boardroom. Potentielle Vorstände und Aufsichtsräte berät Khan auf dem Weg dorthin, oder beim Verbleib mit individueller Karriereberatung, „diskret und strategisch“. Die Diskretion war für die Anwesenden weitgehend aufgehoben. Und spätestens jetzt wurden wir mit allen Anglizismen der Branche vertraut gemacht, Executive Search, Human Resources, High Potentials, Leadership, Outplacement und C-Level.

Seine zentrale Botschaft, Erfolg in Spitzenpositionen ist selten das Ergebnis eines perfekten Plans. „Kein Plan überlebt den ersten Feindkontakt“ (von Moltke, preuß. General). Neben Fleiß, Können und Mut spielen auch Zufälle, Gelegenheiten und vor allem Menschen eine entscheidende Rolle, die Potenziale erkennen und Türen öffnen. Viele Top-Führungskräfte berichten rückblickend, dass Mentoren und Unterstützer auf ihrem Weg eine wichtige Rolle gespielt haben. Entscheidend sei jedoch, solche Chancen durch eigenen Einsatz zu nutzen. Networking versteht er dabei nicht als taktisches Sammeln von Kontakten, sondern als langfristige Beziehungspflege. „Networking ist geben und geben“, lautet eine seiner prägnanten Formulierungen. Auch sein Slogan „never eat alone“ prägt sich ein, Kontakte aufbauen, das findet einfach in der Kantine, im Restaurant beim Mittagessen oder abendlichen Dinner statt, mit dem sich Verabredungen zu Netzwerken entwickeln.

Zur Wahrheit gehört, dass Fleiß und Mut Wegbereiter des Erfolgs sind. Wer als letzter morgens seinen Arbeitsplatz erreicht und ihn abends als erster verlässt, muss mit außergewöhnlichen Ergebnissen überzeugen können. Wenn ich mich Aufgaben stelle, die nicht ohne weiteres begehrt sind, weil auch mit Erfolgsrisiken behaftet, habe ich die Chance auf Karrierefortschritte und eine Abkürzung auf dem Weg nach oben, vorausgesetzt der Mut für die neue Aufgabe korrespondiert mit den erwarteten Arbeitsergebnissen.

Als Coach fragt Khan seine Mandanten, welche drei Vorbilder haben Sie in ihrer Karriere gehabt, an wem haben Sie sich orientiert ? Daran knüpft er weitere Überlegungen an, wenn er mit der Jobsuche auf Vorstandsniveau oder der korrespondierenden 2. Ebene beauftragt ist, gelegentlich als Outplacement, d.h. im Fall der Kündigung bzw. Nicht-Vertragsverlängerung. Hier wird nicht via Stellenanzeige offen geworben, sondern möglichst über die Personalberatung der neue Arbeitsplatz vermittelt. Nicht selten erweist sich die bisherige Rolle des Stelleninhabers und das aufgabenbedingte umfangreiche Netzwerk als trügerisch und bleibt ohne Erfolg für die Stellensuche.

Peter Klotzki Rhenaniae Bonn und Gari Nowack präsentierten die unter dem Dach des Berliner Bundesverbandes der Freien Berufe (BFB) entwickelte Vernetzungsplattform „bfb@talents“. Nowack hatte sich bei Klotzki um ein Praktikum beworben, auf diesem Weg den Kontakt zum Corps Normannia gefunden und … ist aktiv geworden. Diese Laufbahn entwickelt sich nicht aus jeder Praktikumsanfrage, zumal der Pool von rd. 100 aktuellen und ehemaligen Praktikanten naturgemäß auch die weiblichen umfasst, aber das Netzwerken mit „bfb@talents“ erstreckt sich nun auch auf die junge Generation der Studenten mit Potenzial zum Corpsstudenten.

Wir haben das Auditorium in mehrfachen Mentimeter-Abfragen (vgl. www.mentimeter.com) um unmittelbares Feedback gebeten. Die Anwesenden bewerteten neben solidem Fachwissen Verantwortungsbereitschaft, strategisches Denken und Teamfähigkeit als entscheidende Erfolgsfaktoren für die Karriere.
Weiteres Resultat, die CorpsAkademie wird von den Teilnehmern als Plattform zur Orientierung, Vernetzung und Persönlichkeitsentwicklung wahrgenommen – nicht nur als Seminaranbieter. Die wichtigste Zielgruppe für Seminare sind demnach aktive Corpsstudenten, nicht Berufseinsteiger. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer hatte noch kein Seminar der CorpsAkademie besucht.

Aus dem bestehenden Angebot der CorpsAkademie sind nach Einschätzung der Teilnehmer besonders die Themen Nachwuchsgewinnung, Strategie sowie Lernmethoden und Zeitmanagement wirksam. Zugleich betrachten sie die CorpsAkademie als wichtigen Multiplikator für Corps bezogene Fragen, wie Kösener Brauch und Sitte, Nachwuchsfragen oder die strategische Ausrichtung des Corps. Eine Ergänzung um Themen der Künstlichen Intelligenz sowie Formate zur Vernetzung und zum Mentoring soll geprüft werden. Weitere Themen können Stipendienmöglichkeiten sein, eine Stärkung der Datenbanklösung sowie Mentoring-Angebote für den Austausch zwischen den Generationen. Zugleich soll die Werbung für die CorpsAkademie verstärkt werden.
Bei den Formaten zeigte sich Skepsis gegenüber rein digitalen Angeboten. Persönliche Begegnungen und Präsenzformate werden weiterhin als wichtig angesehen, gegebenenfalls hybrid ergänzt.
Auf dem „Forum CorpsAkademie“ vor Beginn des Abgeordnetentags am 21.05. in Bad Kösen wird die Initiative des Bildungstages noch einmal vorgestellt.

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